Bruche

 

Allgemein

Es ist uns nicht bekannt, ob Frauen im Mittelalter außer dem Leibhemd Unterwäsche trugen. Die Mädels können sich also das Nähen einer Bruche sparen.

Material

dünnes Leinen (hell bis weiß)

Männer

Die Bruche ist recht weit geschnitten und sollte, (gerade bei Reiten!) bis weit unters Knie reichen, um ein Herausrutschen aus den Beinlingen zu verhindern. Für einen Faltenwurf, wie man ihn auf zeitgenössischen Abbildungen sieht, kommt man schon mal auf ca. 3 m Umfang! Dann sollte aber recht feines Leinen verwendet werden. Wird die Bruche zum Reiten verwendet, sollte man einen etwas engeren Schnitt wählen, da die Falten doch recht unangenehm scheuern können.

Am Bund wird ein Tunnelzug eingearbeitet und die Bruche mit einem durchgezogenen Gürtel in der Taille gerafft. Vorn am Tunnel werden Nestellöcher angebracht, durch die die Befestigungsbänder für die Beinlinge gezogen werden. Diese Nesteln werden am Bruchengürtel befestigt und durch die Löcher nach außen gezogen. Für den Bruchengürtel eignen sich brettchengewebte Gürtel (Ledergürtel sind eher unbequem). Für die Nesteln bieten sich fingerschlaufengewebte oder auch schmale Brettchenborten an.

Aus Abbildungen ist bekannt, daß die Bruchen der Bauern häufig hinten geschlitzt und mit einem Band unter dem Knie zugebunden waren. Man konnte so die Beinteile oben festbinden und hatte eine größere Bewegungsfreiheit. Inwieweit das auf andere Stände zutrifft ist uns nicht bekannt.

 

 

Bruchen in der Kreuzritterbibel

Ausschnitt aus der Kreuzritterbibel Ludwigs IX. von Frankreich

Ausschnitt aus der Kreuzritterbibel Ludwigs IX. von Frankreich

© Stephanie & Claus Winhard