Kleinkram

 

Beutel

Tasche

Hochmittelalterliche Kleidung besitzt weder Hosen- noch Hemdtaschen. Um dennoch seine persönliche Habe unterzubringen, näht man sich am besten aus festem Leinen eine Umhängetasche, in der man Becher, Eßschale und auch noch etwas Proviant unterbringen kann. Der Trageriemen kann ebenfalls aus Leinen genäht werden oder aus einem Lederriemen oder einer Brettchenborte bestehen.

Geld- bzw. Almosenbeutel

Für Kleinkram wie Münzen, Würfel, Feuerzeug oder auch kleine Wachstafeln sind kleinere Beutel der ideale Aufbewahrungsort. Sie werden z.T. mit einem speziellen Beschlag am Gürtel befestigt, an dem auch die Messerscheide hängt. In der einfachsten Ausführung sind sie aus Leder, in der hochwertigen aus mit Seide besticktem Leinen.

Taschen und Beutel in der Kreuzritterbibel

Ausschnitt aus der Kreuzritterbibel Ludwigs IX. von Frankreich

Ausschnitt aus der Kreuzritterbibel Ludwigs IX. von Frankreich

Ausschnitt aus der Kreuzritterbibel Ludwigs IX. von Frankreich

fertiger Leinenbeutel

 

Schreibtafel

Da Pergament sehr teuer war, benutzte man häufig mit farbigem Wachs gefüllte Holztafeln in verschiedenen Größen zum Schreiben. Der Griffel, mit dem die Schrift in das Wachs geritzt wird, kann aus Holz, Horn, Knochen oder (Edel-)Metall bestehen.

Diese Notizzettel des Mittelalters sind natürlich nur etwas für Leute, die entsprechend ihrer Darstellung lesen oder wenigstens einfache Strichlisten führen können

© S. Kleine-Beck

Wachstafel mit Schreibgriffel aus Bronze

 

Wachstafelbuch aus 2 ein- und 3 beidseitigen Tafeln
 Eibe mit Eisenstilus

 

Feuerzeug

Material

Schlageisen, Flint, Zunder

Das Feuerzeug kann in einem kleinen Leder- oder Leinenbeutel aufbewahrt werden.

Feuerzeug mit Rohrkolben, Birkenrinde, Birkenschwamm, Zunderpilz, Flint und Schlageisen

 

Schlafzeug

Die einfachste bequeme Übernachtungsmöglichkeit ist ein Schlafsack aus festem Leinen, der mit Stroh, Laub, Moos oder Farnkraut gefüllt wird und als Matratze dient. Zum Be- und Entleeren solltet ihr unten oder seitlich eine Öffnung lassen, die mit Bändern verschlossen werden kann. Auf den gefüllten Strohsack kommt ein Leintuch und als Zudecke nimmt man dicke Wolldecken. Ein kleiner, mit Stroh gefüllter Sack kann als Kopfkissen dienen. Ungefüllt läßt sich alles platzsparend zusammenrollen. Wenn ihr euch dann noch eine größere Leinenplane als Dach näht, die über ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil gezogen und unten mit Steinen beschwert wird, habt ihr schon ein bescheidenes, aber komplettes Schlafzimmer.

 

Kleinkram

Holzkamm, Isenburg Hattingen, 13. Jhd.

Würfel, Knochen
Isenburg Hattingen, 13. Jhd.

© Stephanie & Claus Winhard