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Hinweis: Bei
der Beschaffung oder Herstellung zeitgenössischer Ausrüstung,
Kleidung und sonstigem Zubehör treten immer wieder Fragen auf,
die wir mit dieser Übersicht zumindest ansatzweise beantworten
wollen. Wir
weisen darauf hin, daß wir uns, gerade im Bereich der unteren
Stände, teilweise ins Reich der Spekulationen begeben haben, da
es kaum Quellen über das einfache Volk gibt. Die wenigen
zeitgenössischen Abbildungen
sind oft allegorisch und können nicht 1:1 für eine realitätsnahe
Umsetzung übernommen werden. Es wurde für den Adel über den
Adel geschrieben, das einfache Volk war eine im Regelfall nicht
erwähnenswerte Selbstverständlichkeit. Die
„Schnittmuster“ sind anfänger-optimiert und basieren auf
dem optischen Erscheinungsbild hochmittelalterlicher Kleidung.
Sie sind jedoch keinesfalls Kopien historischer Kleidungsstücke
und befreien nicht vor weitergehender Recherche.
Beispiele
erhaltener Kleidung des 13. Jahrhunderts Für die Unterwäsche empfiehlt sich Leinen, die Oberbekleidung sollte aus Wolle bestehen. Die ersten Versuche einer nähenden Maschine datieren in das Jahr 1755, deshalb war die Handnaht während des gesamten Mittelalters obligatorisch, zumal eine Maschinennaht gerade an den Säumen oft leicht zu erkennen ist und das optische Erscheinungsbild beeinträchtigt. Leinengarn bzw. –zwirn ist sowohl für Leinen- als auch Wollstoffe verwendbar. An Stoffen kommen für alle Darstellungen in Frage:
Höheren Ständen vorbehalten sind:
Die Stoffe sollten möglichst gedeckte Farben haben oder ungefärbt und ungebleicht sein. Kräftige, leuchtende (vor allem lichtbeständige) Farben und Mischfarben waren sehr teuer und sollten nur in einer adäquaten Darstellung verwendet werden. Ausnahmen sind relativ preiswerte Naturfarbstoffe wie z.B. Krapp oder Birke, mit welchen sich Wolle auch kräftig leuchtend färben läßt. Zu beachten ist auch, daß Leinen schwieriger mit Naturfarbstoffen zu färben ist als Wolle. Basisausrüstung
Wir haben uns entschlossen, an Kinder prinzipiell dieselben Anforderungen bezüglich der Ausrüstung zu stellen, die auch für die erwachsenen Teilnehmer gelten. Allerdings wissen wir aus eigener leidvoller Erfahrung, daß Kinder mindestens 1-2 x jährlich neue Klamotten und vor allem Schuhe benötigen. Außerdem teilen sie das Hobby ihrer Eltern nicht immer ganz freiwillig und nichts ist nervender für alle Beteiligten, als ein dauerquengelndes, schreiendes Kind *g*. Deshalb drücken wir hier ein Auge zu und akzeptieren folgende Kompromisse:
Andere, nicht ins Bild passende, für Kinder aber lebensnotwendige Dinge (wie z.B. Corn Flakes, Kuscheltiere, etc.) werden entweder durch zeitgemäße ersetzt oder bleiben außer Sichtweite. Allgemeines Gerade im Rüstungs- und Waffenbereich stoßen zwei Interessen -im wahrsten Sinne des Wortes- frontal aufeinander: 1. die historische Integrität 2. die eigene körperliche Unversehrtheit Übungskämpfe und Waffentraining werden unter sportlichen und informativen Aspekten absolviert und dienen der Vervollständigung der Gesamtdarstellung. Da dies für uns eine Freizeitbeschäftigung und kein Ernstfall (historisch: Tod des Gegners) ist und um das Verletzungsrisiko zu minimieren, gelten folgende, eigentlich selbstverständliche Punkte:
Durch ihre Ausmaße haben Zelte einen großen Einfluß auf den gesamten optischen Eindruck eines Lagers. Wünschenswert in einem AG-Lager sind überwiegend kleine, einfach konstruierte Zelte, sowie Pavillons für die ranghöhere Darstellung. Leider haben Zelte einen entscheidenen Nachteil: Sie sind teuer. Der Besitz eines eigenen Zeltes ist für die meisten Darstellungen nicht belegbar und lediglich ein Zugeständnis! Zelte sind uns nur in geringer Zahl von zeitgenössischen Abbildungen bekannt, aus denen die genaue Konstruktion nicht erkennbar ist. Wir sind deshalb auf Spekulationen angewiesen, die zumindest ein optisch entsprechendes Bild ergeben. Zelttypen
Stoffe Zelte sollten aus festem Leinen bestehen, Baumwolle oder gar moderne Kunstfasern sind nicht geeignet. Dieser muß nicht imprägniert werden, da die Fasern bei Feuchtigkeit aufquellen und sich selbst abdichten. Farben Der überwiegende Teil der Zelte auf zeitgenössischen Abbildung ist weiß dargestellt, teilweise auch mit Bemalung. Die AG HMA bevorzugt deshalb ungefärbte Zelte. Konstruktion Das Gestänge sollte aus naturfarbenem Holz, Seile aus Naturfasern (Hanf) bestehen. Deutlich erkennbare Kunststoffseile sind nicht zugelassen. Heringe sind aus Holz oder Eisen. Moderne Heringe sind nur zugelassen, wenn die Bodenverhältnisse des Veranstaltungsgeländes und Vorgaben des Veranstalter dies zwingend erforderlich machen. |
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© Stephanie & Claus Winhard |