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Zwischen Hollywood und Wissenschaft
Das Mittelalter als Teil unserer eigenen
Geschichte wird in unserer heutigen Vorstellung von vielen
Klischees geprägt. In Literatur und Film teilweise verklärt
und romantisiert, teilweise verdammt und als "dunkle
Zeit" dargestellt, kann auch die Wissenschaft, darunter
speziell die Archäologie und die Mediävistik nur ein
unvollständiges Bild dieser Zeit vermitteln. Historisch korrekt? Ein immer wiederkehrendes Thema ist die
Authentizität einer Darstellung (das große "A"),
besser umschrieben mit dem Begriff der "historischen
Korrektheit". Erfreulicherweise haben sich in der
Mittelalterszene (sofern es diese überhaupt als geschlossenen
Raum gibt) in den letzten Jahren gewisse historische Grundsätze
etabliert, so daß heute gestrickte Kettenhemden und
Hörnerhelme selbst auf Märkten eher die Ausnahme sind. Hochmittelalter Wir bewegen uns mit unserer Darstellung am
Ende des deutschen Hochmittelalters, also in der Zeit zwischen
1230 und 1270. Die Wahl fiel nicht einfach so auf diese Epoche,
sondern das Hochmittelalter stellt eine Zeit des Umbruchs für
ganz Europa dar. Jahrhundertelang geltende Grundsätze wie die
Feudalherrschaft und das Lehenswesen sind in Auflösung
begriffen oder werden zumindest hinterfragt, die Städte
erlangen zentrale Bedeutung für die Gesellschaft und der
Alleinvertretungsanspruch der Kirche wird von weltlichen
Herrschern in Frage gestellt. Unser Angebot Wir sehen uns als eine Spielart der
Mittelalterdarstellung, nicht als die einzige. Aber
selbstverständlich möchten auch wir unsere Erfahrungen und
unser Wissen gerne weitergeben, weshalb wir nicht nur Workshops
und Seminare organisieren, sondern auch eigene Veranstaltungen
durchführen und Projekte an Schulen und Universitäten anbieten. Seit Januar 2004 haben wir mit unserem Hof in
Kettenbach auch einen "Spielplatz" zur Verfügung, um
Veranstaltungen im Bereich experimenteller Archäologie (Anbau alter
Nutzpflanzen, Viehhaltung, Schmieden etc.) durchzuführen.
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© Stephanie & Claus Winhard |